Das Wichtigste in Kürze
Stand: Oktober 2026
Ich bekomme es von Kunden und Interessenten immer wieder mit: Sie bauen sich mit Claude eigene Oberflächen, Dashboards und kleine Systeme. Das geht schnell und sieht gut aus. Die Vibe Coding Risiken zeigen sich erst später, wenn das Team damit arbeiten soll, wenn sich etwas ändert oder wenn der Erbauer einmal nicht da ist.
Ich bin Christoph Gerl, Geschäftsführer der Christoph Gerl GmbH. Seit 2020 automatisieren wir Abläufe für Agenturen, Dienstleister und Unternehmer. Dieser Artikel basiert auf meinem Video vom 18. August 2026. Ich habe ihn um eine klare Linie ergänzt, wann Vibe Coding in Ordnung ist, dazu um das Thema Sicherheit und um Schritte raus aus dem Eigenbau.
Inhalt
Vibe Coding ist eine Art, Software zu bauen: Du sagst der KI in normaler Sprache, was du willst, und übernimmst den Code, ohne ihn zu prüfen. Bewertet wird nur, ob das Ergebnis funktioniert. Den Begriff hat der KI-Forscher Andrej Karpathy im Februar 2025 geprägt, ausdrücklich für Wegwerf-Projekte am Wochenende.
Nach der Definition der Open Source Security Foundation ist es kein Vibe Coding mehr, sobald ein Mensch den Code prüft. Genau diese Prüfung fehlt, wenn ein Geschäftsführer abends mit Claude Code, Lovable oder ChatGPT seine eigenen Tools baut. Typisch ist ein ganzer Stapel davon:
Technisch sieht das oft nett aus. Ob es den Ablauf im Unternehmen wirklich abbildet, ist eine andere Frage.
Die größten Vibe Coding Risiken im Unternehmen sind nicht technisch, sondern organisatorisch. Das Tool hängt an einer Person, liefert keine planbaren Ergebnisse und wird vom Team nicht verstanden. Diese fünf Risiken sehe ich immer wieder:
Dazu kommt ein Kostenrisiko, das selten jemand auf dem Schirm hat: Wo KI in Automationen läuft, wird jeder Durchlauf abgerechnet. Wie du das vorher durchrechnest, steht in KI-Kosten im Unternehmen: Wann KI teurer ist als ein Mitarbeiter.
Vibe-codete Tools kippen, weil niemand die Abhängigkeiten im Hintergrund kennt. Jede kleine Änderung zieht eine Kette an Folgefehlern nach sich, und suchen kann sie nur der Erbauer. Drei Auslöser reichen dafür:
Bis der Fehler gefunden und behoben ist und wieder alles sicher läuft, vergehen Stunden. Abgeben lässt sich die Fehlersuche nicht, weil das Team die Tools nicht kennt. Also wird mit der KI diskutiert, manchmal zehnmal, bis sie verstanden hat, was gemeint ist.
„Du hast einfach irgendwann Angst, dein System anzufassen“, sage ich im Video. Ein Unternehmen, das wachsen will, kann sich aber kein System leisten, an das sich keiner mehr rantraut.
Vibe Coding ist so sicher wie die Prüfung, die danach kommt, und beim reinen Vibe Coding gibt es keine. Der Code wird übernommen, ohne dass jemand nachsieht, wo Kundendaten gespeichert werden, wer darauf zugreifen kann und was die KI an der Datenbank verändern darf.
Wie schnell das schiefgehen kann, zeigt ein Fall vom Juli 2025: Beim Test eines Programmier-Agenten von Replit löschte die KI trotz ausdrücklichem Änderungsstopp die komplette Produktionsdatenbank und meldete danach mit gefälschten Testberichten, alles laufe normal. Für dein Unternehmen heißt das: Kläre bei jedem Eigenbau diese Fragen.
Kann das keiner beantworten, gehört das Tool nicht an echte Kundendaten.
Der Vorteil von Vibe Coding im Unternehmen ist die Geschwindigkeit: Eine Idee ist in Stunden sichtbar, und du kannst testen, ob sie trägt. Die Nachteile zeigen sich, sobald andere darauf angewiesen sind. Dann fehlen Wartbarkeit, Dokumentation und jemand, der den Erbauer ersetzen kann.
Die Linie ist einfach. Vibe Coding passt für einen Prototyp, für ein Werkzeug, das nur du nutzt, ohne Kundendaten und ohne dass etwas zusammenbricht, wenn es wegfällt. Es passt nicht, sobald dein Team damit arbeitet, Kundendaten drinstecken, Leads und Vertrieb daran hängen oder es jeden Tag laufen muss.
Auch Karpathy hat den Begriff für Wochenendprojekte geprägt, nicht für das System, mit dem ein Vertriebsteam jeden Morgen arbeitet. Ausprobieren ist also nicht das Problem. Weil man so schnell Ergebnisse sieht, wird aus dem Versuch aber leicht eine Gewohnheit, und aus dem Prototyp still und leise der Alltag.
Ein vibe-codetes Sales-Dashboard oder gleich ein eigenes CRM ist fast immer ein Tool ohne Ablauf. Es wird nach dem gebaut, was sich der Chef vorstellt, nicht nach dem, was der Vertrieb morgens braucht. Das Dashboard selbst wäre in einem CRM wie HubSpot genauso gut möglich.
Einer unserer Kunden hatte ein selbst programmiertes CRM und ist damit an die Grenze gelaufen. Am Anfang passt so ein Eigenbau, weil er genau nach den eigenen Wünschen gebaut ist. Mit jedem neuen Vertriebler, jeder neuen Stufe im Ablauf und jeder weiteren Schnittstelle wird es enger. Ob sich ein Standard-CRM für dein Team lohnt, steht in Lohnt sich ein CRM? Ab wann ein CRM für dein Team sinnvoll ist.
Kleiner Exkurs, falls dein Team aktiv verkauft: Welche Leads zuerst angerufen werden, entscheidet nicht das Dashboard, sondern der Ablauf dahinter. Wie das aussieht, steht in unserem internen Strategiepapier.
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Beim Vibe Coding entsteht neuer, ungeprüfter Code. Bei Low-Code-Automation mit Werkzeugen wie Make oder Airtable baust du aus erprobten Bausteinen, die dokumentiert sind und sich übergeben lassen. Der Unterschied liegt weniger im Werkzeug als in der Architektur dahinter. So bauen wir es in über 100 Kundenprojekten.
Eine saubere Automationsarchitektur ist nach Best Practices aufgebaut, wartbar, zuverlässig und ausbaubar, und ihr Nutzen lässt sich messen. „Auch mit KI sind klare Prozesse nicht vernachlässigbar geworden“, sage ich im Video.
| Vibe-codetes Tool | Saubere Automationsarchitektur | |
|---|---|---|
| Wer versteht es? | nur der Erbauer | dokumentiert, das Team kennt es |
| Der Erbauer fällt aus | Stillstand, keiner kann etwas anpassen | andere übernehmen |
| Neues KI-Modell | kann das System umwerfen | KI nur in festgelegten Schritten, das Ergebnis bleibt gleich |
| Schnittstelle ändert sich | Fehlersuche ohne Plan | bekannte Stelle, das Monitoring meldet es |
| Team | nicht geschult | eingeführt und geschult |
| Nutzen | selten gemessen | an Zeit, Umsatz oder Marge messbar |
KI hat darin ihren Platz, aber an der richtigen Stelle. Sie kann in einem Prozess einzelne Schritte übernehmen, für die früher ein Mensch nötig war. „KI kann aber nicht einfach sagen, hier, mach und erledige den Job meines Mitarbeiters. Das geht nicht“, sage ich im Video. Warum zusammengebastelte Einzellösungen auf Dauer nicht reichen, steht auch in Warum selbstgebaute Automatisierungen als Agentur nicht ausreichen.
Vibe-codete Tools musst du nicht wegwerfen. Du gehst sie der Reihe nach durch, legst zuerst den Prozess fest und entscheidest dann für jedes Tool, ob es ins Standardsystem wandert, sauber übergeben oder abgeschaltet wird.
Danach merkst du, dass die Dinge laufen, auch ohne dich. Deine Mitarbeiter wissen, was sie mit ihren Tools tun müssen, neue Kunden sind schneller onboardet, und Leads werden effizienter nachverfolgt. Was das für deine Rolle als Geschäftsführer heißt und was dich die Abende am Rechner kosten, steht in Raus aus dem Tagesgeschäft: Die Geschäftsführer-Falle bei KI-Tools. Welche Abläufe du zuerst angehst, zeigt Prozessoptimierung: Wie du die richtigen Prozesse optimierst.
Nein. Für einen Prototyp oder ein Werkzeug, das nur du nutzt, ist Vibe Coding schnell und praktisch. Riskant wird es, wenn das Team damit arbeitet, Kundendaten drinstecken oder der Vertrieb daran hängt.
Technisch ja. Dann fehlt aber meist der Ablauf, und das CRM hängt an dir. Ein Standard-CRM, sauber auf euren Vertriebsablauf eingerichtet, trägt deutlich länger.
Beim reinen Vibe Coding weiß das keiner, weil der Code nicht geprüft wird. Kläre, wo die Daten liegen, welche Kundendaten an KI-Anbieter gehen und wer Zugriff hat. Ohne Antworten gehören keine echten Kundendaten hinein.
Den Begriff hat Andrej Karpathy, Mitgründer von OpenAI, im Februar 2025 in einem Beitrag auf X geprägt. Gemeint war ein lockerer Stil für Wochenendprojekte, nicht für die Systeme eines Unternehmens.
Beim Vibe Coding schreibt die KI neuen Code, den keiner prüft. Low Code baut aus erprobten Bausteinen, die dokumentiert sind und die andere übernehmen können.
Vibe Coding ist ein gutes Werkzeug, um eine Idee schnell auszuprobieren. Was dein Unternehmen jeden Tag trägt, braucht aber einen klaren Prozess und eine Architektur, die nicht an einer Person hängt. Erst der Prozess, dann das Werkzeug. Dann wird deine IT wieder zum Wachstumshebel statt zur Baustelle.
Wenn du gerade vor einem Stapel selbst gebauter Tools sitzt und dich nicht mehr traust, etwas zu ändern, lass uns sprechen. Wir schauen gemeinsam, was bleibt, was ins Standardsystem gehört und wo die echten Hebel liegen.